Im letzten Beitrag habe ich eine überraschend positive Story vergessen zu erwähnen. Die kommt jetzt.

Bevor wir zum Camping gefahren sind, wollten wir noch unseren neuen Router mit einer inländischen SIM-Karte füttern. Von anderen Reisenden haben wir den Anbieter „Telenor“ empfohlen bekommen. Dieser hat große Datenpakete für einen günstigen Preis, EU-weites Roaming und eine gute Netzabdeckung. Also haben wir einen Zwischenstopp in Jönköping gemacht, an einer großen Einkaufsmall mit angegliedertem IKEA ( was sonst ). So bin ich zum Shop logestiefelt und habe dem Verkäufer vor Ort unsere Situation erzählt. Er bat mich einen Moment zu warten und ist in die hinteren Verkaufräume gegangen. Als er rauskam hatte er schon ein verschwitztes lächeln im Gesicht, und ich dachte das wird wohl teuer. Zu meiner Überraschung sagte er, der Shop schenkt uns als Willkommensgeschenk in Schweden eine 150 GB Datenkarte zur freien Nutzung. Ohne ID und ohne Unterschrift, nix. Ich war platt. Zuerst dachte ich er macht einen Scherz, aber nein er wollte kein Geld von mir haben. Mehr als überrascht und glücklich bin ich zurück zum Auto, Lisa wollte es mir erst garnicht glauben. Schon allein dieses Geschenk macht die ganzen VISA Gebühren wieder wett, zumindestens gefühlt ( mal schauen welche Summe an Gebühren es am Ende sein wird ).

Sommerresidenz.
Verstecken spielen in der königlichen Allee.
Kleiner See im Nirgendwo.

Auf dem Weg nach Stockholm haben wir noch kleine Zwischenstopps gemacht. Der eine war an der ehemaligen Sommerresidenz des schwedischen Königshauses und der Andere an einem der unzähligen kleinen Seen.

Durch vorrige Recherche kam ein Platz mitten in der Stadt nicht in Frage. Sehr teuer und gleichzeitig sehr laut, weil an Hauptverkehrsstraße. Freistehen mit unserer Größe sogut wie garnicht möglich. Also haben wir uns einen Stellplatz vor der Stadt ausgesucht, neben einem Campingplatz und direkt an einer öffentlichen Badestelle, Stora Flaten / Flatenbaden. Für 25 €/Nacht mit Dusche, Ver-/Entsorgung. Von hier aus kommt man in 40 Minuten mit Bus und Tunnelbana ( =Metro, superschönes wort dafür ) direkt in die Stadt. Am WE sind Kinder bis 12 + 1 Erwachsener sogar umsonst. So kann man wunderbar die Vororte kennenlernen und die Kinder haben einen heidenspaß mit den „Öfis“ zu fahren. Kim, ein alter Freund von mir/Eugen, lebt ab Geburt hier und hat sich die Zeit genommen uns die Stadt zu zeigen, so ein „local“ ist wirklich viel wert in einer Großstadt. Am ersten Tag sind wir entspannt durch die Altstadt flaniert. Sehr schöne alte, enge Gaßen mit nicht ganz so geraden Häusern und Kopfsteinflaster. Haben Eis gegessen und die Athmospähre auf uns wirken lassen. Es ging am Königshof vorbei bis zum Parlamentsviertel. Für den nächsten Tag haben wir uns das Skansen Freilichtmuseum vorgenommen. Ein Ort an dem das alte Schweden neu Aufgebaut wurde, mit Darstellern die das damalige Leben live nachspielen und Freigehegen mit lokalen Tieren.

Altstadt.
Stockholm.
Freizeitpark.

Ein riesiges Areal, witzigerweise direkt neben einem riesigen Freizeitpark mit Achterbahn, Freefalltower und co. Wirkte etwas paradox, aber beides war sehr gut besucht, obwohl es sehr regnerisch war. Wir haben die alten Bauernhöfe und Schulen besucht, haben Elche und Wölfe gesehen. Alles was Schweden bietet auf kleinstem Raum, nur eben anders. Nach dem Besuch waren wir durchnässt und überfüllt an Eindrücken, also voll gerädert. Die heiße Dusche am Stellplatz war definitv nötig. Und wer meint das Kinder nach solchen Ausflügen doch völligst müde in ihre Betten fallen, der irrt. Die Ruhe für uns kam erst um 23h …

Stockholm ist allemal ein Besuch wert, das Alte, das Neue, das Bunte ist mehr als sehenswert. Jedoch sollte man mehr Zeit und wenn möglich mehr Geld mitbringen, alles ist etwas teurer, und wenn man viele Museen besuchen möchte geht es an den Geldbeutel. Natürlich gibt es die Stockholm Card, bei dem viel kostenlos oder ermäßigt ist, aber die fängt auch bei 80 €/ Person an.

Das Schönste für uns war jedoch die entspannte und lockere Einstellung der Einwohner, trotz Verkehrshektik und die Menge der Menschen. Natürlich macht es auch mehr Freude ohne Mundschutz oder sonstige Nachweise sich frei bewegen zu dürfen. Bis auf ein par Hinweisaufkleber und Plakate waren keine Maßnahmen vorhanden.

So locker, leicht darf es weitergehen, wie bisher.

Kim & Theo.
Ich unter Wölfen.
Wie aus dem Ei gepellt :).