Schon länger beobachte ich den Trend, dass viele Wohnmobilisten ihre Kassettentoiletten von Thetford oder Dometic ersetzen. Vorwiegend entscheiden sie sich für Trocken-Trenn-Toiletten oder Komposttoiletten. Klar, die Vorteile liegen auf der Hand, man spart das Spülwasser, man muss seltener Entsorgen und auf Chemie kann man ganz verzichten. Für mich ist der wichtigste Grund, dass man es seltener Entsorgen muss und nicht auf dem Campingplatz zum Kimic-WC laufen muss um die sehr übelrichende Brühe wegzukippen. Also habe ich mich intensiv auf vielen Foren und Wohnmobil-Seiten informiert. Schlussendlich wurde es die Trocken-Trenn-Toilette „In-Vario“ mit Pivy-Einsatz von tcstattwc.de, auf die ich dank 7globetrotters gekommen bin (unbezahlte Werbung). Sie ist leicht aufzubauen, kompakt und hat alles was man für den Start braucht. Kompakt war sehr wichtig, da unsere Nasszelle nur einen begrenzten Platz bietet.

Der Bausatz besteht aus dem Holzkubus, der aufzubauen ist wie die berühmten Schwedenmöbel, Trenneinsatz, Thermositz ( der ist richtig schön warm ),  20 Liter Eimer und der 10 Liter Weithals-Urinkanister.

Während Theo sein eigenes Projekt durchzieht, baue ich mal eben die ganzen Einzelteile zusammen. Es geht schnell und leicht dank der Anleitung. Man kann das Holz ölen oder lackieren oder auch eben erstmal nicht. 

Es wurde spannend. Am Samstag wollte ich die Toilette einbauen. Wichtige Vorbereitung: Kaffee und gutes Werkzeug. Auf dem rechten Bild sieht man durch die Serviceklappe ins Innere der Dometic-Toilette ohne die Fäkalkassette. Es mussten viele Schrauben gelöst und an einigen Stellen gerüttelt werden, aber ich will nicht zu genau ins Detail gehen. Dafür gibt es sehr viele Anleitungen im Internet.

Erstmal musste die Stromverbindungen getrennt werden und für alle Fälle sollte man den Spülschlauch abklemmen. Natürlich ist trotzdem Restwasser im Schlauch, aber dafür gibt es ja Handtücher. Schrauben lösen, rütteln und ab ist der alte Thron. Hätte nicht gedacht, dass er so schwer ist.

Nachdem ich die Grundplatte vom Boden gelöst habe, gab es dann doch eine Überraschung. Anscheinend stand schon mal öfter Wasser in einer Ecke der Toilette. Es hat sich oberflächlich Schimmel gebildet. Ein Glück ist der Schwiegervater gut ausgerüstet, also erstmal mehrfach mit Chlor abreiben und einwirken lassen.

Hier kann man wunderbar in unser Bad reinschauen, während das Chlor einwirkt. Zusätzlich habe ich den Spülschlauch und die T-Tülle ausgebaut und durch eine Winkel-Tülle ersetzt. Nur das Abklemmen des Schlauches birgt immer die Gefahr von stehendem Wasser und damit einen Brutplatz für Bakterien und Viren. Das will ich vermeiden, denn wir wollen unser Wasser beim Befüllen filtern damit es immer trinkbar ist.

Hier das Endergebnis mit Anton, der es gleich testen wollte. Und auf dem anderen Bild unser Zwei-Kammer-Filter System, welches mit einem Keramik- und einem Aktivkohlefilter bestückt wird ( auf dem Bild noch nicht eingesetzt ).

Kleines Fazit: auf unserer Pfingsttour waren wir sehr zufrieden mit der Toilette. Man sitzt bequem und warm, die Physik arbeitet zuverlässig, also Flüssiges wird vom Festen getrennt. Und tatsächlich riecht man nach dem Toielettengang nichts. Wir werden noch einen 12V-Aktivlüfter einbauen, vielleicht mit einem Kohlefilter ( kommt noch ), damit die Badluft nach Draußen befördert wird. Damit sollten wir genug Autark sein, um auch ein par Tage frei stehen zu können.